3D-Druck – ein neues Hobby

Schon immer fasziniert von dieser Technik, nur aufgrund schwindelerregender Preise für die Hardware, war dieses Thema lange Zeit in weite Ferne gerückt. Nur was wäre die Welt heutzutage ohne die findigen und fleißigen Chinesen, die immer eine Möglichkeit finden, teure Dinge erschwinglich zu machen.

Und so ist dem netten Völkchen natürlich auch hier eine Möglichkeit eingefallen, diese sehr interessante Technik für jeden zugänglich zu machen. Mal flugs hier etwas geändert, dort verändert und schon sind die ersten Nachbauten von 3D-Druckern für knapp 150,00 € als Bausatz zu haben.

Etwas bessere Modelle als Fertiggerät und sogar mit Dual-Druckkopf sind schon für 370,00 € erhältlich. Wobei nach oben hin natürlich auch hier keine Grenzen gesetzt sind. So sind durchaus auch qualitativ hochwertige Geräte jenseits der Tausend-Euro-Grenze und proffesionelle Drucker für mehrere Zehntausend-Euro zu erwerben.

Man darf hier jedoch nicht vergessen, dass in allen Geräten fast immer die selben Bauteile vorhanden sind. Auch der deutsche, europäische oder amerikanische Hersteller greift auf die chinesischen Baugruppen zurück. Also warum mehr Geld ausgeben als nötig?

Die Drucker erhält man in den verschiedensten Ausführungen bei ebay, Amazon und anderen Onlinehändlern. Sehr beliebt sind zur Zeit die Geräte von CTC, aNet und Tevo, die sich einen kleinen Preiskampf liefern.

Nur vorweg bemerkt: Wenn man sich so einen Drucker anschafft, sollte man schon im Vorfeld etwas Ahnung von Technik haben und viel Geduld sowie Fingerspitzengefühl mitbringen. Zusammenbauen, einschalten und problemlos losdrucken, klappt vielleicht in einem von 100 Fällen.

Ich habe jetzt, nach ungefähr vier Monaten, endlich das Glück, das alle Drucker ohne größere Fehler zu meiner Zufriedenheit arbeiten. Also nehmt euch Zeit und Geduld.

Verschiedene Typen:

Man kann im Allgemeinen von drei verschiedenen Typen für den Privatbereich sprechen:

  • Druckbett in der Höhe fest (die Druckfläche bewegt sich nur vor und zurück) und der Druckkopf bewegt sich in der Höhe und seitwärts
  • Druckkopf in der Höhe fest (der Kopf bewegt sich nur in waagerechter Richtung) und das Druckbett fährt rauf und runter (ist ansonsten starr)
  • Kossel-Drucker: Das Druckbett ist komplett starr und der Druckkopf fährt in einer dreibeinigen Aufhängung hoch/runter und seitwärts

Jede dieser drei Arten hat seine Vor- und Nachteile und für welche man sich letztendlich entscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Ich persönlich habe zwei verschiedene Drucker im Betrieb (außer Kossel) und jeder hat für bestimmte Druckaufträge seine Vor- und Nachteile.

Materialien:

Mit was kann ich eigentlich drucken?

Heute gibt es eine Vielzahl von Material, was man im Hobbybereich drucken kann. Vieles davon ist identisch mit den Kunststoffen, die z.B. auch im Autobau, in Haushaltsgeräten oder Elektrotechnik zur Anwendung kommen.

Die Bekannteste dürfte hier ABS sein, welches aufgrund seiner hohen Schlagfestigkeit sehr gern in der Autoindustrie verwendet wird. Leicht und trotzdem hochbelastbar bestehen heute fast alle St0ßstangen und viele andere Teile im Fahrzeug aus diesem Kunststoff.

Im Hobbybereich ist das am meisten verwendete Material PLA, welches aus natürlichen Rohstoffen wie Mais produziert wird. Nicht ganz so hoch belastbar wie ABS ist es jedoch für die meisten Hobbyanwendungen vollkommen ausreichend.

Natürlich gibt es noch etliche weitere Materialien, die von Acrylglas über Carbon und Nylon bis hin zu druckbaren Holz reichen. Auch Bronze läßt sich drucken und selbstverständlich fehlt auch nicht eine Art Silicon, aus der sich jeder seine individu elle Handyhülle zaubern kann.

Es ist also für jeden etwas Schönes dabei!

Was soll ich denn Drucken?

Im Internet finden sich Millionen von fertigen Vorlagen, die man sich in der Regel kostenlos herunter laden kann. Hier findet man von der Vase über Statuen bis hin zu Autoersatzteilen wirklich alles. Ich habe manchmal den Eindruck, das es nichts gibt, was man nicht finden kann.

Für individuelle Sachen oder Ersatzteile kann man auch etwas Zeit investieren, sie mit verschiedenen kostenlose CAD-Programmen selbst konstruieren und dann drucken. Ist einfacher als man denkt.

Der eigenen Individualität und Kreativität sind hier praktisch keine Grenzen gesetzt – ausser natürlich die maximale Druckfläche des Gerätes.

Ich habe mit meinem neuen Hobby schon manchen Menschen eine Freude machen können. Selbst meine Frau, die der ganzen Sache sehr skeptisch gegenüber stand (schon wieder Geld für so einen Mist ausgeben?), ist heute absolut begeistert.

Wie ich das geschafft habe? Es sind die kleinen Dinge im Leben, die dieses im Haushalt manchmal schwer machen und das kann man sehr gut mit so einem Gerät lösen. Was hat sie sich immer geärgert, dass sie die Getränkeflaschen nicht oder nur mit sehr großen Kraftaufwand öffnen konnte. Was ist hier einfacher als ein kleines Hilfsmittel dafür zu drucken? Schon öffnen sich die Flaschen fast wie von allein. Mit den selbstgedruckten individuellen Plätzchenausstechformen konnte ich nicht nur sie sondern auch ihre Mutter, Schwägerin und deren vierjährigen Sohn vollkommen begeistern.

Hast Du dich schon mal geärgert, dass die ganzen Handtücher keine Schlaufe zum Aufhängen (mehr) haben? Kein Problem – es gibt etliche Lösungen zum Selbstdrucken. Bin ich schon Einige los geworden, wobei ich viel Lob eingeheimst habe.

Aber auch Halterungen für Kameras und andere Dinge sind schon aus dem Drucker gekommen und leisten gute Dienste.

Mit einem Material, welches an Marmor erinnert, sind schon etliche griechische Statuen entstanden, die eine Schrankwand zieren.

Der absolute Renner ist jedoch der Johann, den ich zum Testen von Material im Dutzend drucke und der schon mehrere Hundertmal unter die Leute gekommen ist, die alle vollkommen begeistert davon sind. Du weißt nicht, was der „Johann“ ist? Klein, nur 3 gramm schwer kommt er an dein Schlüsselbund und erleichtert dir ab dann dein Leben beim Einkaufen. Du brauchst keinen Euro oder Chip mehr, den man ja ewig sucht, für den Einkaufswagen. Du nimmst deinen Johann am Schlüsselbund schiebst ihn am Einkaufswagen in den Münzschlitz, ziehst die Kette ab und anschließend den Johann und steckt ihn ein. Du willst nie wieder etwas anderes beim Einkaufen.

Es gibt viele praktische oder schöne Dinge zum Selbermachen!

  

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