Urlaubsblog

Kroatien – das erste Mal

Istrien mit Rijeka, Labin, Pula, Kalac, Zagore und vielen anderen Orten

2021 – im Jahre des Wahns

Auf dem Höhepunkt der Maskierungspanik im Jahr 2021 haben wir nach alternativen Urlaubsmöglichkeiten gesucht, die ohne Flugzeug oder sonstigen verrückten Maskenabenteuern erreichbar waren. Für uns als 1G-Menschen (einfach nur gesund und ungeimpft) war von vornherein klar, dass wir, die in der ganzen Grippewellenpanikmache fast nie eine Maske getragen haben, nirgendwo Urlaub machen werden, wo schon auf der Anreise der Maskenwahn herrschte.

Jetzt war zum ersten Mal seit dreißig Jahren wieder das eigene Auto zum Erreichen eines Urlaubsortes gefragt. Er sollte jedoch im Süden sein und so fiel die Wahl auf Kroatien und zwar dort Istrien. In knapp 1.100 km Entfernung an einem Tag leicht zu erreichen, machten wir uns auf die Suche nach einem Ferienhaus.

Warum ein Ferienhaus und kein Hotel werden sich jetzt einige fragen? Die Antwort ist ganz einfach: Im Urlaub suchen wir die Ruhe möglichst abseits von Touristengebieten. Nach unserer Meinung soll Urlaub dem Entspannen und der Erholung dienen und Ruhe findet man in Hotels oft nie. Nun ging es daran, ein passendes Haus zu finden und hier half natürlich das Internet mit seinen unendlichen Möglichkeiten. Gesucht, gefunden und gebucht.

Die Fahrt

In den Wochen vorher noch schnell alle notwendigen Vignetten besorgt.

Österreich: 2 x 10 Tagesvignette und 2 x Tauernautobahn
Slowenien: 1 x 30-Tage-Vignette
Karawankentunnel: Muss bei der Durchfahrt individuell gezahlt werden (1 Fahrt 7,50 €)
Kroatien: Individuell an Mautstellen auf der Autobahn
Insgesamt ist mit Kosten für die Hin- und Rückfahrt von cirka 100,00 € zu rechnen.

Jetzt aber schnell die Koffer gepackt und dann in der Nacht von Freitag auf Samstag um zwei Uhr morgens aufgebrochen. Der A6 spult die Kilometer auf den leeren Autobahnen zügig ab und so können wir nach einem Tankstopp bei München direkt Österreich ansteuern.

An der Grenze zu Österreich ein verrücktes Bild: Aus Österreich Richtung Deutschland ein Riesenstau, wo jeder Mensch von Maskierten auf Grippe kontrolliert wurde. Richtung Österreich der einzige Kommentar des einsamen österreichischen Grenzers: “Wo solls hingehen? Kroatien? Fahrens durch!” – es sollte aber noch besser kommen: An den Grenzen zu Österreich/Slowenien und Slowenien/Kroatien hat der Grippewahn keinen Menschen interessiert. Ein gelangweilter Blick auf den Pass und das war es – gute Fahrt.

Zur Fahrt muss man sagen, dass es traumhafte Ansichten und Ausblicke sind, besonders am Chiemsee oder in den österreichischen Alpen. Hier haben wir überlegt, auch mal ein paar Tage zu verbringen.

Gegen 15 Uhr erreichten wir nach dem Tankstopp und einigen Toilettenpausen das Haus und wurden sehr freundlich von der Vermieterin begrüßt. Als Willkommensgruß gab es eine Flasche Wein und Knabbereien, die wir dankbar aber erschöpft annahmen.

Kleiner Tipp zur Fahrzeit: Über die Autobahnen seid Ihr ziemlich schnell in Slowenien und fahrt dort auch einen großen Teil über die Autobahn. Wenn Ihr aber an die Ostküste von Istrien z.B. Umgebung Rijeka, Labin oder Rabac wollt, dann geht es für circa 2-3 Stunden quer durch Slowenien und Kroatien über Landstraßen, die größtensteils aufgrund vorausfahrender Wohnmobile nicht schnell zu befahren sind. Also nicht wundern!

Das Haus

Sofort begeisterte uns der traumhafte Blick und die Lage des kleinen Hauses, welche noch besser war als im Prospekt von Novasol beschrieben.

Unsere Entscheidung für ein kleines 200 Jahre altes Steinbauernhaus mit Meerblick (siehe Bild links) inmitten eines kleinen Dorfes am Berghang war also vollkommen richtig. Für zwei Personen vollkommen ausreichend zu einem sehr annehmbaren Preis (2 Wochen für 760,00 €). Dazu zwei Terrassen, ein Grill und viel Sonne – passte also alles.

Bemerkenswert an dem Haus sind seine zwei Terassen, wobei die eine als Sonnenterasse genutzt werden kann, während die Zweite komplett überdacht und mit wildem Wein umrankt ist, was zu einem kuscheligen Aufenthalt bei schlechten Wetter einlädt.

Gern sitzt man hier abends bei Kerzenschein und genießt ein Gläschen Wein oder sonstige leckere Getränke. Auch zum Früstück lädt diese Terasse ein, welches man hier ungestört einnehmen kann.

Die kleine Sonnenterasse bietet Platz für zwei Personen und der gemauerte Grill sorgt abends gern für ein schönes Geschmackserlebnis. Man hat da einfach manchmal keine Lust, in ein Restaurant zum Essen zu fahren. Hier ist es einfach zu gemütlich.

Die Umgebung

Ein kleines Dorf an der Zufahrtstraße der Autofähre nach der Insel Cres mit keinem Dutzend Häusern ist der richtige Ort für einen erholsamen Urlaub. Autos hört man nur, wenn die Fähre ankommt. Ansonsten ist den ganzen Tag himmlische Ruhe, nur unterbrochen vom IA des Esels oder dem Krähen der Hühner.

Natürlich wollen wir das Vogelzwitschern nicht vergessen, genau so wenig wie die Besuche der Dorfkatzen, die sich immer über Leckereien freuen. Katzenfreunden kann es durchaus passieren, dass einige der Vierbeiner ihr Haus für den Rest des Urlaubs bewachen und sie schon morgens mit dem Blick “Wann gibt es Frühstück?” begrüßen.

Sollte man mit Katzen nichts am Hut haben, dann beachtet man die Besucher einfach nicht und nach einiger Zeit sind sie der Missachtung leid, verschwinden und schauen höchstens ab und zu mal vorbei, ob man seine Meinung geändert hat.

Wir als “Katzenfreunde” konnten natürlich nicht anders und haben die Bande täglich verwöhnt. Ob man es glaubt oder nicht, solche Dinge sprechen sich bei Tieren schnell herum und es werden von Tag zu Tag mehr … aber wir wollten es ja so.

Zum Einkaufen fährt man am besten in das 15 km entfernte Labin, wo man neben Lidl und Spar auch viele einheimische Supermärkte wie Plodine und Konzum findet. Wer im Urlaub nicht gerade auf tiefgefrorene Kohlrouladen aus Deutschland steht und eher die kroatischen Produkte schätzt, sollte den Spar meiden und die Plodine und den Konzum bevorzugen. Hier findet man zumindest noch überwiegend kroatische Produkte.

Auch hier ein kleiner Tipp: In den Touri-Hochburgen ist die Preisgestaltung der Geschäfte etwas exklusiver, sprich teurer, als wenn man sich zum Einkaufen in das Hinterland begibt. Wer sich nur 10 km weiter vom Meer weg bewegt, kann teilweise bis zu 25 % sparen.

Was gibt es zu sehen?

In der näheren Umgebung gibt es für jeden etwas zu sehen und zu unternehmen. Fahrradtouren – egal ob extrem oder normal – sind genau so möglich wie ein Lauf oder gemütliches Wandern. An den Stränden werden wie in fast jedem Land die entsprechenden Wassersportmöglichkeiten und Bootstouren angeboten.

Tipp: Das Unternehmen Istria Adventure bietet geniale Quad- und Buggytouren durch Istrien an, wo man selbst fahren kann. Es werden unterschiedliche Touren mit verschiedener Dauer offeriert, die schöne Stätten im Land ansteuern. Achtzig Prozent der Tour ist Offroad und es macht einen enormen Spaß, im Buggy selbst durch die wilde Landschaft zu steuern. Wenn Ihr soetwas mögt, klickt ruhig mal auf den obigen Link und informiert Euch. Nach unserer Meinung lohnt es sich wirklich!

Für den Unternehmungslustigen befinden sich im Umkreis von 10 km etliche am Meer gelegene Touristenstädtchen, wo immer etwas los ist. Hier findet sich Cafe neben Cafe, Restaurant an Restaurant und natürlich Bars und Diskotheken, Clubs wie sie ja heute neumodisch heißen.

Etliche Strände vom überlaufenen Touristenstrand bis zur einsamen Bucht findet sich auch alles in der Nähe. Hier sollte man beachten, dass in Kroatien die Strände überwiegend Stein- und Kieselstrände sind. Bitte unbedingt auf entsprechende Badeschuhe achten, denn sonst ist der Spaß bald vorbei.

Kulturinteressiert? Dann ist man in Istrien auch gerade richtig. Viele Kulturdenkmäler und -stätten kann man hier finden. Von der Burgruine, Schloß bis hin zu aufgegebenen Städten aus den vergangenen Jahrhunderten ist alles zu finden. Auch die alten Römer kommen nicht zu kurz und so empfiehlt sich auf jeden Fall der Ausflug nach Pula, wo man die beeindruckende Arena besichtigen sollte … nein, muß!

Allein in Pula gibt es noch viele weitere Sehenswürdigkeiten wie neben der Arena z.B. das Hadrianstor oder der Augustus-Tempel. Zu empfehlen ist auch die Festung und die Zero-Street, bei der es sich um ein unterirdisches Tunnelsystem von beträchtlicher Länge handelt. Beim Schlendern durch die Gassen der Altstadt laden viele kleine Cafes und Restaurants zum Verweilen ein.

Auch trifft man hier auf die unvermeidbaren Souveniershops, die teilweise jedoch sehr schöne Sachen zu fairen Preisen anbieten. Bei einigen Dingen sieht man direkt die Handarbeit und die Liebe zum Detail. Was man in Kroatien nicht gern sieht, ist das Handeln und Feilschen um die Preise wie auf einem Basar. Möglich ist es natürlich, aber wundert Euch nicht, wenn ein übertriebenes Feilschen zu bösen Blicken führt oder man einfach stehen gelassen wird.

Was man durchaus machen kann, wenn man mehrere Artikel kaufen möchte, ist nach dem “Special” – Gesamtpreis für den Einkauf fragen. Oftmals bekommt man dann einen sehr guten Preis genannt oder eine kostenlose Zugabe. Wir haben z.B. in einem Shop in Labin, der regionale Produkte wie Alkohole, Öle und Handarbeiten führt, eine Schnitzerei auf Olivenbaumholz (Das letzte Abendmahl) und mehrere regionale Liköre erworben, wo wir auf unseren Satz “Mach mal einen Gesamtpreis, wenn wir alles nehmen” umgerechnet 1,5 Flaschen Nachlass erhielten.

Oben seht Ihr ein paar Fotos aus Pula. Links oben die Arena und die Kirche, daneben ein Ausschnitt der Arena von innnen und ganz rechts gefundene Amphoren für Olivenöl aus der Zeit von vor zweitausend Jahren. Unten links das Verwaltungsgebäude von Pula mit dem Augustus-Tempel daneben. Rechts eine Detailaufnahme des Tempels. Viel mehr Fotos findet Ihr unter Bilder.

2021 – Orte erkunden

Nachdem wir in Pula einige Orte erforscht haben, sollten auch weitere historische Orte in der Umgebung unseres Hauses auf dem Plan stehen. Da Heike, meine Frau, aufgrund eines Unfalls noch an Krücken gebunden war, konnten wir die Orte, die wir eigentlich besichtigen wollten, diesmal nicht aufsuchen. So blieb es bei dem Besuch in Pula, einigen Besuchen in Labin in verschiedenen Restaurants und dem Velo-Cafe.

Da uns jetzt aber schon klar war, dass dies nicht unser letzter Besuch in Kroatien sein würde, verschoben wir die schwierigeren Sachen einfach auf den nächsten Urlaub.

Empfehlenswerte Restaurants und Cafes

In Labin haben wir zwei Restaurants ausprobiert, wo wir gern immer wieder hingefahren sind. Unser absoluter Favorit ist das “Kvarner“, welches gehobene kroatische Küche anbietet und einen unvergleichlichen Ausblick bietet.

Das dem Cafe “Velo” angeschlossene Restaurant hat ebenfalls eine exellente Küche und kann ohne Abstriche empfohlen werden. Hier steht aber der Kaffeehausbetrieb im Erdgeschoss im Vordergrund, welcher ausgezeichnete Kuchen, Torten und Eiskreationen anbietet.

Auf der Strecke von Zagorje nach Labin auf der D66 in der Nähe von Plomin findet man das weit über die Landesgrenzen bekannte Hotel/Restaurant “Flanona“. Hier vereint sich gute Küche mit einem einzigartigen Meerblick. Wer in das Hotel eincheckt, wird von jedem Zimmer aus mit diesem genialen Ausblick belohnt. Wir kennen niemanden, der nicht an diesem Ort zumindest für einen Moment angehalten hat, um ein Foto zu schießen.

Auf ein Stück leckere Feigentorte im Velo-Cafe (oben links), das Pfeffersteak im Hotel “Flanona” (oben Mitte), ein kleines Dessert im Restaurant “Kvarner” (oben rechts) mit den Ausblick (oben Mitte unten). Reihe unten von links: Ausblick von der Speiseterasse des Hotel “Flanona“, noch ein Dessert im “Kvarner” und in den Straßen von Labin.

Preise

Interessant bei einem solchen Aufenthalt sind natürlich auch die Preise und Lebenshaltungskosten. Billig war Kroatien wohl noch nie, aber im Verhältnis zu Deutschland eben doch bei den meisten Dingen noch etwas preiswerter – zumindest im Jahr 2021 und umgerechnet von Kuna auf Euro. Einige Lebensmittel wie Fleisch und Eier sind jedoch schon immer etwas teurer gewesen.

Die Benzinpreise liegen im Schnitt 30 Cent unter den Deutschen und es lohnt sich also den Tank auf den Weg nach Kroatien leer zu fahren und in Slowenien zu tanken. Warum jetzt auf einmal Slowenien werden sich jetzt einige fragen? Ganz einfach, weil in Slowenien die Preise nochmals günstiger sind als in Kroatien. Aber bitte nicht an der Autobahn tanken sondern auf dem Weg nach Istrien an der Landstraße bei der Tankstelle Petrol BS in Pivka, da die Preise an der Autobahn genau wie in Deutschland wesentlich höher sind als in den Orten. Die Tanke ist Pivka hat gute Preise und man spricht auch Deutsch. Auch für die Rückfahrt gilt diese Empfehlung. Hier kann man dann einige Euro sparen.

Wenn man Essen gehen möchte, steht das gesamte Preisspektrum zur Verfügung. Im Kvarner in der gehobeneren Preisklasse kann man für Vorspeise, Hauptgang und Dessert mit Getränken für zwei Personen locker zwischen 75 und 100 Euro loswerden. Genausogut bezahlt man in einer Konoba auf dem Dorf mit typisch kroatischen Essen inkl. Getränken umgerechnet nur 30 Euro. Hier muss jeder für sich entscheiden.

Fazit

Obwohl wir aufgrund der Behinderung von Heike nicht allzuviel unternehmen konnten, steht unsere Entscheidung fest: Allein wegen der traumhaften Landschaft und des schönen ruhigen Hauses werden wir auf jeden Fall Kroatien wieder besuchen und dann viel unterwegs sein. Was uns auch gut gefallen hat, ist die lockere Lebenseinstellung und der fehlende Maskierungswahn. Hier hat es keinen Menschen geschert, ob jemand sich vermummt hat oder nicht. Aus Alibi-Gründen hing zwar in den Geschäften und Restaurants eine Maske unter der Nase oder Kinn, wenn man jedoch als Gast den Kopf geschüttelt hat, verschwand diese ganz schnell. Ihr seid uns symphatisch – bis zum nächsten Mal!

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Mittlerweile im zarten Alter von 63 Jahren habe ich im Laufe meines Lebens einige Orte auf der Welt kennen und lieben gelernt. In meinen Berichten möchte ich euch die Gelegenheit geben, meine persönlichen Eindrücke zu den verschiedenen Zielen zu erfahren. In den letzten zwanzig Jahren werde ich auf meinen Reisen, Kurztripps und Ausflügen von meiner Frau Heike begleitet. Vielleicht ist ja die eine oder andere Anregung für einen erholsamen Urlaub für euch dabei.

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